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Reise nach Amorgos (September 2008)
Die Insel Naxos ist selbst ein kleiner Kontinent und bietet mit ihren langen Sandstränden, den grünen fruchtbaren Ebenen und dem teils schroffen Bergland mit seinen tief eingeschnittenen Tälern, den lebendigen Bergdörfern und nicht zuletzt dem quirligen Hafenort jedem Reisenden oder Urlauber viel Interessantes und Überraschendes. Von den Höhen, aber auch von den Küsten im Osten und Süden der Insel fällt der Blick auf die ganz nah gelegenen „kleinen Inseln“ und den lang ausgestreckten Gebirgsrücken im Meer: Amorgόs. In all den Jahren, in denen wir ein kleines Haus auf Naxos besaßen, hat Amorgόs unsre Phantasie beschäftigt und die Sehnsucht wachsen lassen, dort einmal hinzufahren. Diesen Herbst (2008) war es endlich soweit: Wir reisten von Naxos aus mit der Skopelitis, die wie ihre kleinere Vorgängerin gleichen Namens längst eine Legende ist, mit Anlegen in den beschaulichen Hafenbuchten der Inselchen Iraklia, Schinoussa und Koufonissi nach Katapola auf Amorgos. Besonders auf dem Abschnitt zwischen Koufonissi und Katapola ließen hohe Wellen das Schiff kräftig schaukeln und den Horizont, bzw. die dunklen Felswände der unbewohnten Insel Keros auf- und niedertanzen. Aufatmen in Katapola!…. Der erste Eindruck prägt sich besonders ein: Alles ist kleiner und überschaubarer als in Naxos. Einige Tavernen und Cafes reihen sich aneinander, ein kleiner, zurückliegender Platz, wenige ankernde Schiffe und relativ wenige Autos. In einem ca. 20 Jahre alten Reiseführer lasen wir folgende Kurzcharakterisierung der Insel:
“Ehemaliger “Geheimtip” im Aufwind - wilde Landschaften, stille Eselspfade, duftende Kräuter - die wenigen Autos kann man zählen. Amorgos ist eine schweigende Insel. Schiefergebirge, die ins Meer stürzen, ein Kloster, das wie ein Schwalbennest in der Felswand hängt, versteckte Dörfer, die bis vor kurzem ohne Elektrizität lebten, einsame Badebuchten. Es gibt kaum eine Handvoll Autos auf Amorgos - wohltuender Kontrast zu den ‘Straßeninseln’ Naxos und Paros. Wandern Ist angesagt.”
Inzwischen ist auch auf Amorgos die Zeit nicht stehen geblieben und es gibt eine gut asphaltierte Straße vom Norden bis in den äußersten Inselsüden, auf der man die Insel jetzt auch gut mit Bussen oder Mietfahrzeugen erkunden kann. Diese Möglichkeit haben wir genutzt und sind auf der hoch über dem Meer -mal auf der einen, mal auf der anderen Seite des Höhenrückens- verlaufenden Straße bis in die Bergdörfer im Norden und Süden gefahren. Uns beeindruckte die Wildheit der Landschaft: die Insel ist ein einziger ca. 800 m aufsteigender Gebirgszug, der vor allem nach Norden und Südosten sehr steil ins Meer abfällt und neben den größeren Hafenbuchten von Katapola und Äjali nur vereinzelt kleine Sandstrände bietet. Amorgos ist daher kein Ziel für typische Badetouristen, Wandern ist also nach wie vor angesagt. Wir wanderten in die hoch über Katapola gelegene Chora und von dort hinunter zu dem zu Recht berühmten, steil in eine Felswand gebauten Kloster Chosowiotissa. Sehr lohnend war auch der Wanderweg von Äjali über das Bergdorf Langada hoch zur Wallfahrtskirche Ag. Ioannis Theologos. Obwohl wir im September unterwegs waren, hatten wir während unsrer Tage auf Amorgos nicht nur den gewohnten griechischen blauen Himmel, sondern häufig Wolken und auch Regen bis hin zu einem dreistündigen Starkregen, den wir in einer Taverne erlebten. Wir wissen jetzt, warum die griechischen Strohstühle mit reichlichem Abstand über dem Boden Querholme haben – auf ihnen kann man auch Überschwemmungen mit trockenen Füßen überstehen! Alles in allem: Eine sehr lohnende und beeindruckende Insel!
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