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What is a gun-free zone?
Jugendtheater für Menschenrechte in Afrika startet
RONNENBERG, 21.01.2010
Workshop zu WSK-Rechten im südlichen Afrika
What is a gun-free zone? Don’t you feel safer in a place where nobody is carrying a gun? Ist Kwaito afrikanischer Hip-Hop oder Rap? – Diese und andere Fragen rund um die Themen Apartheid, das Leben im Township in der Postapartheidsphase und die Kluft zwischen Arm und Reich wurden während eines Workshops mit Schülerinnen und Schülern der Fächer Darstellendes Spiel und Musik der Marie Curie Schule KGS Ronnenberg diskutiert.

Fotos: Alltag in namibischen und südafrikanischen Townships (Martina Rüthnick, Imke Jahner 2008)
Als Auftakt der zweiten Phase des Projekts „Jugendtheater für Menschenrechte in Europa und Afrika“ führte der Workshop “Jugendtheater für Menschenrechte im südlichen Afrika / Namibia” die jugendlichen Theaterakteure in ihre Projektarbeit ein.
Henning von Hoerner, Menschenrechtsexperte im Arbeitskreis Menschenrechtsbildung in Schulen bei Amnesty International Hannover, informierte die 40 Teilnehmer des Workshops über die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte (WSK-Rechte) und über die Schwerpunkte der globalen Amnesty-Kampagne DEMAND DIGNITY - „Mit Menschenrechten gegen Armut“. Über die Apartheidspolitik im südlichen Afrika und das heutige Leben im Township Katutura (Windhoek) berichteten die Namibia-Expertinnen Hanna Müller und Steffi Pohl.

Fotos: ai-Kampagne Demand Dignity, Wohnen. In Würde (Amnesty International 2009)
Am Büchertisch konnten sich die Schüler über junge südafrikanische Literatur, die Amnesty-Aktion „Wohnen. In Würde“ und die aktuelle Fotoausstellung zu Bootsflüchtlingen (vom 10. bis 26.02.2010 in der VHS Hannover) der SAVE ME-Kampagne informieren.
Der Workshop bildet die Grundlage für die nachfolgenden Projektwochen, in denen ein Theaterstück und Musik zur Menschenrechtslage in Südafrika / Namibia, insbesondere zu den Themen Diskriminierung, Gewalt, HIV/Aids, Gleichberechtigung, Jugendkultur und Zukunftsperspektiven im Township ausgearbeitet werden. Die vermittelten Informationen zu Menschenrechten, zum Alltag und zu den gesellschafts-politischen Rahmenbedingungen in Namibia werden unter fachkundiger Anleitung mit theaterpädagogischen Mitteln des Improvisationstheaters vertieft. Am Ende der Theaterarbeit steht eine kleine Inszenierung, in die jede/jeder Schüler/in seine Ideen und Gefühle zum Thema Menschenrechte in Afrika eingebracht hat. Erste Ideen zum Drehbuch, zur Dramaturgie und zur musikalischen Umsetzung des Theaterstücks wurden während des Workshops von den Jugendlichen entwickelt.
HINTERGRUND:
Der hannoversche Verein PROTERRA hat in Kooperation mit Amnesty International Hannover und der Marie Curie Schule KGS Ronnenberg das Projekt „Jugendtheater für Menschenrechte in Europa und Afrika“ im August 2009 ins Leben gerufen. In dem einjährigen Projekt, das von der Niedersächsischen Bingostiftung und dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) gefördert wird, sollen anhand von ausgewählten Länderbeispielen die Menschenrechtsverletzungen im Norden und im Süden der Welt exemplarisch von Jugendlichen dargestellt werden.

Foto: Kinder im Township Katutura (Klaus Windolph 2004)
Warum Namibia und Südafrika als Schwerpunkt für Afrika?
Namibia und Südafrika sind auch heute noch durch die koloniale Apartheidspolitik geprägte Staaten mit großen wirtschaftlichen und sozialen Unterschieden. Bis zur Unabhängigkeit waren Namibia und Südafrika durch das Teilungssystem der Apartheid geprägt. Städtebaulich stehen dafür die „schwarzen“ Townships Katutura, Khayelitsha und Soveto. Namibia ist das Land mit den größten Einkommensunterschieden auf der Welt. Frauen und Mädchen sind in Namibia und Südafrika in hohem Maße von sexueller Gewalt betroffen. Die HIV/Aids-Raten gehören im südlichen Afrika zu den höchsten der Welt. Systembedingte Hemmnisse in den Bereichen Vorbeugung, Behandlung und Pflege führen dazu, dass insbesondere HIV-Infizierte in ländlichen Gebieten keinen ausreichenden Zugang zu Medikamenten haben. Frauen haben kaum Möglichkeiten, eine Behandlung konsequent durchzuführen. Die Gründe dafür sind große Entfernungen und hohe Fahrtkosten, Personalknappheit im Gesundheitswesen, mangelnde tägliche Versorgung mit Nahrungsmitteln sowie die soziale und wirtschaftliche Ungleichheit. In dem selbst konzipierten Theaterstück „Menschenrechte in Afrika“ werden deshalb insbesondere die Hintergründe und Zusammenhänge der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte beleuchtet. Der Fokus soll dabei auf die WSK-Rechte Recht auf Bildung, Wohnen, Gesundheit, Wasser, Nahrung sowie auf geschlechterspezifische Zukunftsfragen in ländlichen Regionen und in den Townships gelegt werden. Es sollen Handlungsmöglichkeiten von Zivilgesellschaften bei der Durchsetzung von WSK-Rechten für Jugendliche transparent gemacht werden. Denn die Verletzung der WSK-Rechte ist oft unmittelbar mit der Verletzung der bürgerlichen und politischen Menschenrechte verbunden.
Das Projekt wird gefördert von:

| Dateianhang | Größe |
|---|---|
| Programm_Workshop_Südafrika-Namibia.pdf | 197.76 KB |
| ai-Länderberichte_Südafrika.pdf | 39.3 KB |
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