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Spielen für Menschenrechte in Afrika

Jugendliche und Lehrerinnen im Fach Darstellendes Spiel an der IGS Garbsen und dem Kurt-Schwitters-Gymnasium Misburg entwickeln Theaterstücke über Armut und Menschenrechte. Es geht dabei vor allem um Diskriminierung, Gewalt und das Leben in afrikanischen Slums. Jan Weisberg und Swantje Nölke von der Gesellschaft für Theaterpädagogik unterstützen die Schülerinnen mit ihren theaterpädagogischen Methoden.
Beim Kernstück ihrer Theaterarbeit, dem Szenischen Experimentieren aus der hannöverschen Lehrstückpraxis, spüren die jugendlichen Darsteller Menschenrechtsverletzungen nach, die sie aus Berichten von Amnesty International ausgewählt haben. Die SchülerInnen modellieren aus ihren Assoziationen Statuenbilder und tauschen immer wieder die Rollen, um ihre Haltungen zu den Menschenrechtsverletzungen zu erforschen und zu diskutieren.




Fotos: Schüler der IGS Garbsen bei der Theaterarbeit (Martina Rüthnick, 2010)
Was kann einem Flüchtling aus Simbabwe zustoßen, wenn er in Südafrika ankommt und als Asylbewerber Schutz und Unterkunft sucht? Wie fühlt sich eine junge südafrikanische Mutter, die ihre HIV-Infektion verbergen muss, weil sie von der Familie ihres Mannes der Hexerei beschuldigt wird? Wie prägt sich die Armut der Familien auf die Bildungschancen ihrer Kinder und auf das soziale Gefüge im Township aus? Warum schaut die Polizei bei gewalttätigen Übergriffen in illegalen Siedlungen weg? Welche Verantwortung besitzen global agierende Wirtschaftsunternehmen und Regierungen bei der Achtung, beim Schutz und bei der Gewährleistung der Menschenrechte?
In den vorbereitenden Jugendworkshops im November wurden die jugendlichen Schauspieler von Martina Rüthnick (PROTERRA) über die WSK-Rechte und Länderhintergründe zu Namibia und Südafrika informiert. Unter Anleitung von Wolf Huy vom Amnesty-Arbeitskreis Menschenrechtsbildung in Hannover haben sich die SchülerInnen auch schon aktiv für Menschenrechte eingesetzt. Sie haben „Briefe gegen das Vergessen“ für die Menschenrechtsorganisation „Women of Zimbabwe Arise“ (WOZA) geschrieben und Eil-Aktionen (Urgent Actions) gegen rechtswidrige Zwangsräumungen in Simbabwe auf den Weg gebracht.
Weitere Jugendworkshops zur südafrikanischen Musikkultur und zum Szenischen Experimentieren für Menschenrechte in Südafrika und Namibia sind noch geplant. Theateraufführungen in den Partnerschulen und ein gemeinsames Jugendtheaterfestival für Menschenrechte wird es im Juni 2011 geben. Und der Anlass: Amnesty International feiert nächstes Jahr seinen 50. Geburtstag!
Projektförderung: Niedersächsische Bingostiftung und Evangelischer Entwicklungsdienst


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