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Nachhaltige Regionalentwicklung auf Naxos


Von Ruethnick - Erstellt am21. April 2008 - 3:57Druckversion

Leitlinien und Maßnahmenkonzept des LEADER-Projektes

Auf Initiative des Ökologischen Zentrums Naxos (K.O.E.N.) und der Naxos Akademie beteiligen sich zahlreiche Gemeinden auf Naxos an dem Programm LEADER der Europäischen Union. Übergeordnetes Ziel ist die integrierte Entwicklung der peripheren, wirtschaftsschwachen ländlichen Räume und die Förderung lokaler Initiativen zur Lösung der Probleme. Auf Naxos soll ein Ausgleich der Entwicklung zwischen dem strukturschwachen Inselhinterland, d.h. der Bergregion und den schon stark belasteten Tourismuszonen der Westküste erreicht werden. Dafür wurde 1995 die Entwicklungsgesellschaft ARIADNE (Archipelago Island Development Network) mit Sitz in Naxos-Chora gegründet. Sie hat die Aufgabe, die beteiligten Gemeinden zu vertreten und die Durchführung der Maßnahmen zu koordinieren.

Die Leitlinien der künftigen Entwicklung der Insel, insbesondere der Bergregion von Naxos, werden im folgenden kurz dargestellt:

Entwicklung der Landwirtschaft

  • Förderung der Herstellung lokaler Agrarprodukte, um die Landwirtschaft zu erhalten und neu zu beleben
  • Bekanntmachen der Region und seiner typischen Produkte

Entwicklung von Agrotourismus

  • Entwicklung von innovativen Tourismuskonzepten
  • Regionalentwicklung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Besuchern, lokalen Gemeinden und dem Schutz der Umwelt und der Kulturgüter
  • Vermarktungsstrategien für lokale Agrarprodukte, Natur und Kultur

Entwicklung des Handwerks

  • Unterstützung des existierenden Handwerks und Förderung neuer Initiativen z.B. Techniken zur Nutzung regenerativer Energien

Ökologische Verträglickeit der Entwicklungsmaßnahmen

  • Nachhaltige Nutzung der Naturressourcen
  • Stärkere Berücksichtigung regenerativer Energiequellen (Wind, Sonne, Regenwasser)
  • Bewahrung, Schutz und Wiederherstellung des Charakters der natürlichen Umwelt und des kulturellen Erbes der Insel

Bewahrung der regionalen Identität

  • Beteiligung der Gemeinden
  • Förderung lokaler Produkte und Handwerkstechniken z.B. Natursteinbauweise

Schaffung neuer Werte im Wirtschafts-, Sozial-, Kultur- und Tourismusbereich

  • Förderung von regionaltypischen Qualitätsprodukten
  • Austausch von Informationen und Erfahrungen mit anderen Gruppen in Griechenland und anderen europäischen Ländern

Die Maßnahmen zur Umsetzung dieser Leitlinien sind vielfältig und sollen hier nur beispielhaft aufgeführt werden:

  • lokale Bauernmärkte
  • spezielle Urlaubsangebote wie Naturentdeckung, Kulturprogramm, Umweltbildungsangebote
  • Wanderwege zwischen den Dörfern und zu den Sehenswürdigkeiten, Naturlehrpfade
  • Herbergen im Bergland schaffen
  • Restauration von Kirchen, Klöstern, Venezianischen Pyrgi, Windmühlen, Aquädukten, Waschhäusern und Olivenpressen
  • Aufbau von Töpferei, Weberei, Lederverarbeitungsbetrieben
  • Oliven- und Schmirgelbergwerksmuseen
  • Schutz und Pflege von wertvollen Biotopen (Wälder, Gewässer)
  • Umweltschutzstudien
  • Informationszentren und Broschüren
  • Ausbildungsseminare zu: ökologischem Landbau, Käseherstellung, Bienenzucht, traditioneller und bioklimatischer Architektur, Wasser- und Energiemanagement, Naturschutz etc.
  • Schüler- und Studentenaustauschprogramme