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Naxos


Von Ruethnick - Erstellt am7. April 2008 - 0:31Druckversion

Die Insel Naxos liegt im Ägäischen Meer zwischen griechischem und türkischem Festland. Mit einer Flächengröße von 442 km² und einem bis zu 1000 Meter hohen, zentralen Gebirgszug ist sie die größte und landschaftlich vielfältigste Insel der Kykladengruppe.

Vor 8000 Jahren wurde Naxos besiedelt. Seit dieser Zeit begann der Mensch durch Inkulturnahme auf die Landschaft einzuwirken. Traditionelle Nutzungsformen und wertvolle Kulturgüter der Kulturlandschaften auf Naxos sind Zeugen der langen Geschichte. Das Bergland ist mit einem dichten Netz alter Ackerterrassen aus Natursteinmauern und ausgedehnten Weidegebieten mit mediterraner Zwergstrauchvegetation ausgestattet. Die quellreichen, fruchtbaren Täler sind reich an natur- und kulturhistorischen Schätzen. In den weitläufigen Küstenebenen werden heute Kartoffeln und Getreide angebaut.

Im Bergland und an der Küste findet man schützenswerte naturnahe Lebensräume wie Steineichen- und Kermeseichenwälder, Bäche mit Platanen- und Oleander-Gehölzen, Quellsümpfe, Dünen, Wacholder-Küstengebüsche und Lagunen. Die kleinräumigen Landschaftsstrukturen mit einer Vielfalt an Feucht- und Trockenbiotopen bergen eine artenreiche Flora und Fauna mit seltenen Tier- und Pflanzenarten.

Politische und wirtschaftliche Veränderungen in den letzten Jahrzehnten haben zur Intensivierung der Landwirtschaft, zur Ausweitung des Tourismus und weitgehend zur Aufgabe der traditionellen, arbeitsintensiven Wirtschaftsformen geführt. Umweltprobleme wie Wassermangel, Versalzung von Grundwasser, Bodenerosion und der Verlust von fruchtbaren Böden und wertvollen Lebensräumen und Arten nehmen zu. Konzepte, die sowohl die Belange von Natur- und Landschaftsschutz berücksichtigen als auch eine wirtschaftliche Basis für die Bevölkerung darstellen, sollen eine nachhaltige Entwicklung garantieren.

Naxos weist mit seinem typischen Naturraumpotential und seinen Belastungen beispielhaft auf die Umweltsituation im Mittelmeerraum hin. Hier besteht die Möglichkeit, sich in einem räumlich begrenzten Gebiet mit ökologischen Grundsatzfragen und akuten Umweltproblemen zu beschäftigen.